Collective Identity

collectivity | installation
2019






Was, wenn wir digitale Technologien so zu nutzen lernen, dass uns ihre Verwendung nicht immer weiter voneinander entfernt? Unser Gefühl zu uns selbst und zum anderen nicht immer mehr verschwimmt in der Anonymität des Wir? Was, wenn uns das Virtuelle lehrt das Materielle zu verstehen, um in Beziehung zu treten zu mir, meiner Umwelt und dem was man Gesellschaft nennen könnte?

Collective Identity zeigt uns die Bedeutung des eigenen Ich als Teil einer möglichen Gesellschaft, das In-der-Welt-sein als fester Bestandteil eines sich in Bewegung befindlichen Ganzen.

Die Installation Collective Identity untersucht den möglichen Bedeutungswandel moderner Stadtgesellschaften im Zeitalter der digitalen Reproduktion und virtuellen Entgrenzung bekannter Raumbilder. Ein globalisierter Lebensstil, die Vermischung von Arbeit und Freizeit, privat und öffentlich, die Verflüssigung des Zeitbegriffs und der allgemein steigende Druck durch die explosive Überöhung des Menschlichen durch digitale Medien und Technologien, lässt in uns das Gefühl der Agonie wachsen. In diesem Wahn suchen wir verzweifelt die wärmende Seite der digitalen Massen, denn sie versprechen uns individuelle Gleichheit und soziale Sicherheit. So schwärmen wir aus; online. Suchen nach Vertrautem, finden gar Vertraute und merken nicht wie immer mehr unsere Angst wächst vor dem Fremden; dem Anderen. Das Wir besiegt das Ich. Das Du wird bedeutungslos. Das Ich verschwindet ganz und fühlt sich doch so gegenwärtig an!




Collective Identity interagiert über ein Zwei-Kamera-Feedbacksystem.
Die erste Kamera trackt dabei das Gesicht des Besuchers, eine zweite
erstellt eine Momentaufnahme.


Verweilt die Aufmerksamkeit des Besuchers länger als vier Sekunden auf der Projektion erstellt die Software ein Foto und überlagert das neue mit den bereits vorhandenen Fotos. Je mehr Bilder gemacht werden, desto mehr verschwimmen die einzelnen Personen in einem abstrakten Ganzen.