Digital Approximations

Annäherungen im Digitalen Raum
exhibition
2019






Station I: Die Installation Silence fördert die Entdeckung
des Individuums durch die immersive Raumerfahrung
von Licht und Klang. Sie manifestiert den Ausgangspunkt 
der folgenden fünf Stationen.













Station II: FLUKS ist eine Serie von Prototypen interaktiver Klangobjekte zur Erkundung von Raum. Hier entdeckt der Besucher erstmals das Phänomen des eigenen Körperraumes.

Als sinnliche Wesen begegnen wir dem System Raum als leibgewordene Hülle, die in Erweiterung zum eigenen Körper den Menschen umgibt. Architektur finden wir dabei als gebaute Umwelt überall dort, wo gestalteter Raum auf menschliche Bedürfnisse reagiert. Was entsteht, geht dabei weit über den physischen Raum hinaus; was entsteht, ist vielmehr ein Raum als Ort sozialer Interaktion.

Die Ausstellung Digital Approximations untersucht in multimedialen Rauminstallationen und interaktiven Objekten den Zusammenhang zwischen Mensch, Raum und digitaler Technologie. Welche Bedeutung hat der Raum im Identitätsfindungsprozess des Menschen als sozial gesellschaftliches, sich im Austausch zu seiner Umwelt befindliches Wesen und welche Rolle spielen dabei digitale Technologien, die nicht zuletzt über die Erweiterung des konkreten Raumes durch das Virtuelle, unser bisheriges Verständnis vom euklidischen Raum in Frage stellen. So führt die zunehmende Vereinsamung von Körper und Geist zu einem sozialen Umbruch, der die Art und Weise wie wir unsere Umgebung wahrnehmen und als leibliche Individuen auf diese reagieren grundlegend verändern kann. Resultieren diese Entwicklungen in einer Verschiebung des Gleichgewichts von Individualität und Kollektivität, Intimität und Öffentlichkeit, Identität und Redundanz, Empfindsamkeit und Effizienz?















Wie verändert sich unsere Wahrnehmung von Raum und Temporalität im Zeitalter der Digitalisierung und welche Rolle spielen sie in einer sich entmaterialisierenden Welt? Was passiert, wenn Mensch und Maschine dabei in gegenseitige Abhängigkeit geraten? Wie entstehen digital initiierte, soziale Geflechte und wie können sich diese physisch manifestieren? Wie wandelt sich in diesem Zusammenhang der Begriff der soziale Teilhabe? Besitzt der Digitale Mensch in Zukunft noch die Fähigkeit zu empfinden? Und wie entstehen Emotionen in einer Welt, die durch Virtualisierung des Sozialen immer weiter fragmentarisiert wird?

Digital Approximations ist der Versuch der Verflüssigung des Digitalisierungsbegriffs und dem damit einhergehenden Verlust menschlicher Autorität gegenüber dem Technologischen sowie dem eigenen Ich entgegen zu wirken. Sie nähert sich Utopien, in denen Gefühl und Emotion Bestandteil von Kommunikation sein darf; sein muss. So entstehen Orte im Dazwischen, Räume der Unbestimmtheit die im urbanen sowie suburbanen Kontext hohes Potenzial für persönliche Entwicklung und kulturelle Vielfalt bieten. Die Ausstellung versucht diese Orte sichtbar zu machen, sie an die Oberfläche zu tragen. Die verwendeten Technologien werden dabei zum kommunikativen Element zwischen Mensch und Raum und erfahren so den Prozess der Verleiblichung. 
Station III: Die Installation AX fungiert als Kommunikationsmedium, über das den Besuchern die Idee digital initiierter Sozialgefüge näher gebracht wird.

















Station IV: Virtual Flâneur sucht nach einer neuen Ästhetik des digitalen Urbanismus. Wie kann man am städtischen Nachtleben teilnehmen ohne selber körperlich vor Ort zu sein?











Station V: Bodymachines I zeichnet die mögliche Distopie der Symbiose von Mensch und Maschine. In gegenseitige Abhängigkeit geraten, gilt es in Zukunft wohl umso mehr zu lernen aufeinander einzugehen.








In sechs aufeinander aufbauenden Schritten erfährt der Besucher den Prozess der Kollektivierung. Ausgehend von der Entdeckung des Individuums, des eigenen Ich, über die Erforschung einer neuen Beziehung zu Alltagsräumen, bietet sich ihm die leibliche Erkundung eines ersten Bewusstseins zum Anderen. Erfahrungen mit der Entzeitlichung bzw. Entgrenzung von Raum, sowie dem intensiven Kontakt zu digitaler Pseudoautonomie lassen ihn schließlich Teil einer digitalen Gemeinschaft werden, dessen Identität sich aus der Diversität seiner Interaktionsformen bildet.


Station VI: Collective Identity gibt dem Besucher letztendlich die Möglichkeit, die gesammelten Erfahrungen in der Entdeckung des Kollektiven auszuloten. Täglich entstehen hier neue Formen von Gemeinschaft in denen die Diversität des Individuellen Teil einer digitalen Momentaufnahme wird.