FLUKS untersucht das Potenzial innovativer Wahrnehmungswerkzeuge im Spannungsfeld von Innenarchitektur, Architektur und Stadt. FLUKS arbeitet in Kooperation mit dem PerceptionLab der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur an verschiedenen Prototypen aus den Bereichen Stadt, Licht, Performance und Raumanalyse um so alternative Formen der Raumwahrnehmung zu erforschen.

Urbane Prozesse wie Globalisierung, die steigende Mobilität und die daraus resultierende Veränderung des Raum-Zeit-Verhältnisses, sowie die zunehmende Akzeptanz digitaler Hybridisierung führen zu einem abnehmenden Ortsbewusstsein in der Stadt. Dies manifestiert sich im Schwinden unserer Wahrnehmungsfähigkeit für unseren eigenen Körper und den Raum der uns umgibt. Verlieren wir diese Fähigkeit, die stets die Grundlage eines jeden räumlichen Kommunikationsprozesses darstellt, verlieren wir auch den Bezug zu uns und dem Raum an sich.

FLUKS ist eine Serie von mobilen Wahrnehmungswerkzeugen die mit Hilfe von Sensoren verschiedenste Parameter im Raumnutzungsprozess des Menschen messen können um die generierten Datensätze über ein akustisches Feedback direkt zum Nutzer zurückzuführen. So entstehen atmosphärische Klangräume die direkt und unmittelbar durch die Interaktion mit dem Raum beeinflussbar sind. Ein interdisziplinäres Studententeam hat in Zusammenarbeit mit dem PerceptionLab drei Werkzeuge entwickelt dieabhängig von der jeweiligen Zielgruppen unterschiedliche Aspekte der Raumwahrnehmung untersuchen.

FLUKS

perception of space | public space | prototype
2017


www.fluks-project.de












Das Werkzeug verfügt über einen Distanz- und einen Temperatursensor, sowie einen Photoresistor über den die Lichtintensität ermittelt werden kann. Die gemessenen Daten werden über ein Arduino an ein RaspberryPi weitergeleitet wo sie mittels der Software PureData in Frequenzen umgewandelt werden die für den Nutzer über Kopfhörer wahrnehmbar werden.



FLUKS

urban soundwalk

Das mobile Klangwerkzeug erweitert die Wahrnehmung des Nutzers um verschiedene Sensoren. Somit wird es möglich Dinge wahrzunehmen die wir entweder verlernt haben wahrzunehmen oder zuvor nicht wahrnehmen konnten.  Die gemessenen Daten werden dazu in Echtzeit in einen atmosphärischen Klangraum übersetzt und über Kopfhörer für den Nutzer direkt erfahrbar. Durch dieses Feedback entstehen räumliche Bewusstwerdungsprozesse die sonst im alltäglichen Gebrauch von Stadtraum ausbleiben. Der Nutzer erfährt die Bedeutung seiner Bewegungen und Handlungen im Verhältnis zum Raum.

Die Daten die der Nutzer während seiner Soundwalks über das Klangwerkzeug erhebt, können genutzt werden um subjektiv qualitative Aussagen über die Raumnutzung zu treffen, die im Vergleich zu Massendatenerhebung punktuell und dynamisch auf das sich ändernde Stadtbild reagieren können. Diese Daten dienen Architekten, Stadtplanern und Raumforschern als Analysegrundlage und können dann für eine vom Menschen ausgehende Gestaltung genutzt werden.

FLUKS

light

















Licht ist eines der wichtigsten Elemente der Raumgestaltung. Es erzeugt Atmosphäre, hilft bei der Orientierung im Raum, sagt uns, gekoppelt mit anderen Sinnen, ob wir einen Raum als warm oder kalt empfinden. Dabei findet die Wahrnehmung von Licht zumeist im Unterbewussten statt und verschwindet dadurch zu häufig aus unserem alltäglichen Fokus.

Der Prototyp lädt dazu ein unsere Beziehung zum uns umgebenden Lichtraum neu zu entdecken indem er Licht hörbar, erlebbar macht. Dazu wurden vier Lichtsensoren so angeordnet, dass sie die Lichtintensität des vorzufindenden Raumes über 360° messen können. Die Daten werden in Echtzeit in ein Klangsignal umgewandelt, das über seinen speziellen Raumcharakter die Richtung der gemessenen Lichtintensität erkennbar werden lässt. Der Nutzer hat somit die Möglichkeit den atmosphärischen Lichtraum zu erkunden, nach Harmonien und Disharmonien zu suchen. Es entstehen Raumerfahrungen und -erinnerungen die so nur durch das hörbar machen von Licht entstehen können. Durch die Messung von UV wird auch der Unterschied von Tages- und Kunstlicht hörbar und steigert den Erlebniswert der generierten Komposition.


Das Werkzeug verfügt über einen Distanz- und einen Temperatursensor, sowie einen Photoresistor über den die Lichtintensität ermittelt werden kann. Die gemessenen Daten werden über ein Arduino an ein RaspberryPi weitergeleitet wo sie mittels der Software PureData in Frequenzen umgewandelt werden die für den Nutzer über Kopfhörer wahrnehmbar werden.













FLUKS

performance

Der Prototyp thematisiert die zunehmende Hybridisierung unseres Körpers durch die steigende Verwendung von Technologie und digital virtuellen Medien. Das Werkzeug bietet Musikern, Tänzern und Kreativen die Möglichkeit die Rolle des menschlichen Körpers im Verhältnis zum real physischen Raum künstlerisch zu erforschen. Dabei werden Distanzen gemessen die der Nutzer zum ihn umgebenden Raum einnimmt. Diese werden in ein Klangsignal umgewandelt dessen Rhythmus sich durch verschiedene Gestiken der Hand steuern lässt. Die kreierten Pattern, deren Samples die im Raum verwendeten Materialien zitieren, können durch weitere Rotation der Hände variiert und nach “Einfrieren” der Sounds über einen Knopf  im virtuellen Klangraum in Bewegung versetzt werden.
Die Positionierung des eigenen Körpers und dessen Verhältnis zum Umraum wird ausschlaggebendes Gestaltungselement der Komposition. Technologie wird zum Kommunikationsinstrument zwischen Mensch und Raum.



Um optimales Handling zu garantieren wurde eine Art Handschuh entwickelt der sich auf die Physiognomie des jeweiligen Nutzers anpasst. So wird das Werkzeug nach kurzer Zeit der Aneignung eine natürlich Erweiterung des eigenen Körpers.

FLUKS

performance


Dieser Prototyp verfolgt das Ziel die Sensoren zu nutzen um Raumforschern, -gestaltern und -planern die Möglichkeit zu geben raumrelevante Daten zu messen und Datensätze zu generieren um diese später analysieren zu können.

Dabei verfügt der Prototyp über einen Bildschirm auf dem die gemessenen Paramter in Echtzeit visualisiert werden. Diese Überstezung gibt einen qualitativen Eiblick in die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Raumgrößen und eignet sich dadurch gut für Studierende einen angewandten Einblick in grundlegende Wirkungsweisen von Raum zu erhalten.