Silence

individuality | sound&light | installation
2019









Silence untersucht die Rolle von Raum als identitätsstiftendes Element. So ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Gesten architektonischer Räume auch verschiedene Formen zwischenmenschlicher Kommunikation hervorbringen. Die Installation fragt was passiert, wenn eben dieser Raum den Nutzer in unbegreifliche Stille rückt und Distanzen erzeugt, die das Individuum ins Einsame, ins Stille, schier Unendliche erhebt.

Der öffentliche Raum ist Schauplatz massenhafter Zurschaustellung einsamer Individuen, dessen Gesamtheit man Gesellschaft nennen könnte. Immer größere Agglomerationen immer diverserer Menschengruppen rivalisieren mit immer schneller werdender Infrastruktur und immer effizienterer Erlebnisarchitektur, die den Menschen als Zielgruppe längst aufgegeben hat. Die Automation vertreibt den Menschen und der Mensch sich selbst, weil er gelernte Kommunikationsformen vergisst, das Gefühl für den eigenen Körper verliert und die Zeit für ein soziales Miteinander längst verloren hat.

Silence bietet die Möglichkeit den Prozess der Ich-Findung als Grundlage eines jeden Identitätsprozesses nachzuerleben. Vom tosenden Durcheinander der Stadt sich abwendend, schafft sie einen Rückzugsort zur Erkundung des eigenen Ich und der Wiederentdeckung eines körperbewussten Identitätsbegriffs, der in engem Zusammenhalt mit dem Raum steht. Wie müssen zukunftsfähige Formen der Architektur aussehen, die die Idee des Menschlichen als (selbst-)bewusstes Individuum nicht nur ermöglichen, sondern durch die Entstehung von Orten des sozialen Miteinanders sogar fördern? 








Die Installation reagiert sensibel auf die sich bietende Architektur. Konisch zulaufend verstärkt der Raum den Effekt des Immersiven. Im Kontrast zum tosenden Lärm der Stadt läuft der Nutzer in einen sich auflösenden Lichtraum der Stille. 





Silence ist das Angebot zum Mit-sich-selbst-sein.
Still und leise entdeckt der Nutzer so das eigene körperliche Dasein.